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75 Jahre «Sonneblick»

Walzenhausen. Die 1930er Jahre waren landesweit durch Arbeitslosigkeit, Lohnabbau und Armut geprägt. Ein Lichtblick bedeutete die 1933 erfolgte Eröffnung des evangelischen Sozialheims «Sonneblick».

Auch heute noch vermag sich der «Sonnenblick» als geschätzte Oase der Gastlichkeit und Ruhe zu behaupten.

Der später als Schweizer Flüchtlingspfarrer bekannt gewordene Paul Vogt wirkte von 1929 bis 1936 als evangelischer Seelsorger in Walzenhausen. Hier wurde er mit Arbeitslosigkeit und Armut, mit Verzweiflung und Alkoholabhängigkeit konfrontiert. Als Mann der Tat rief Paul Vogt ein Hilfswerk für Arbeitslose ins Leben. Gleichzeitig hielt er nach einem Gebäude Ausschau, in dem Arbeitslose geschult, beschäftigt und begleitet werden konnten. 1933 erwarb das Hilfswerk eine ehemalige Stickerliegenschaft zum Preise von 17500 Franken.

Ein Buch zum Jubiläum
Zum 75-Jahr-Jubiläum des «Sonneblick» hat alt Pfarrer Willy Reifler ein Buch mit dem Titel «Ich wags, Gott vermags – 75 Jahre ‚Sonneblick’ Walzenhausen» verfasst. Der 1929 geborene Autor zeichnet auf kurzweilig-packende Art die Geschichte des «Sonneblick» nach und verschweigt dabei keineswegs die Schattenseiten, die ebenfalls zur Geschichte der Institution gehören. Im Gegensatz aber zu verschwundenen, ebenfalls evangelisch ausgerichteten Häusern wie etwa «Landegg» in Wienacht, «Bellevue» in Amden, «Tigelberg» in Berneck und Erholungsheim in Hemberg steht der «Sonneblick» heute gefestigt da.

Flüchtlinge statt Arbeitslose
Als mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Arbeitslose unter die Fahnen gerufen wurden, erhielt der «Sonneblick» eine neue Aufgabe. Willy Reifler: «Das Haus leerte sich, um sich bald danach mit Opfern des Krieges aus vielen Ländern zu füllen. Der Platz wurde knapp, so dass 1944/45 ein zweites Haus gebaut wurde.» Nach Kriegsende passte sich der «Sonneblick» immer wieder neuen Bedürfnissen und Trends an. Als Hausleiter wirkt seit zehn Jahren Adrian Keller, der sich mit seinem engagierten Team Tag für Tag für eine gute „Sonneblick“-Zukunft einsetzt.


Das Buch «Ich wags, Gott vermags – 75 Jahre ‚Sonneblick’ Walzenhausen» (104 Seiten, viele Fotos, Fr. 34.–) ist beim Appenzeller Verlag, Herisau, im Laden Dorf 48 in Walzenhausen, im «Sonneblick» und im Buchhandel erhältlich.


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Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 08.09.2008 - 07:21:00