• Aargau
  • Appenzell Ausserrhoden
  • Appenzell Innerrhoden
  • Basel-Landschaft
  • Basel-Stadt
  • Bern
  • Freiburg
  • Genf
  • Glarus
  • Graubünden
  • Jura
  • Luzern
  • Neuenburg
  • Nidwalden
  • Obwalden
  • Schaffhausen
  • Schwyz
  • Solothurn
  • St.Gallen
  • Stadt Winterthur
  • Stadt Zürich
  • Tessin
  • Thurgau
  • Uri
  • Waadt
  • Wallis
  • Zug
  • Zürich

6,2 Millionen für Projekt

Urnäsch. Die Gemeinde realisiert mit der Unterstützung des Bundes fünf Teilprojekte, die der regionalen Entwicklung in Zusammenhang mit der Landwirtschaft dienen sollen.

Seit dem 1. Januar des vergangenen Jahres können Projekte eingereicht werden, welche die regionale Entwicklung fördern. Vorraussetzung ist, das vor allem die Landwirtschaft von diesen profitiert.

Dies bedeutet, dass die Projekte Massnahmen zur Schaffung von Wertschöpfung in der Landwirtschaft sein sollen. Dabei nimmt die Zusammenarbeit verschiedener Branchen der Region wie Landwirtschaft, Tourismus, Holz- und Forstwirtschaft einen hohen Stellenwert ein. Auch ökologische und kulturelle Aspekte können in die Projekte miteinbezogen werden.

Urnäsch ist Vorreiter
Nun wird die Unterstützung schweizweit zum ersten Mal umgesetzt. Der Vorreiter ist Urnäsch im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Das von der Gemeinde beim Bund eingereichte Projekt wurde von diesem bewilligt. Ende des vergangenen Jahres fand die Vertragsunterzeichnung zwischen dem Bundesamt für Landwirtschaft und dem Kanton Appenzell Ausserrhoden statt.

Die Kosten für das Urnäscher Projekt belaufen sich auf insgesamt 6,2 Millionen Franken, die zum Teil durch den Bund und den Kanton finanziert werden. Die landwirtschaftliche Kreditkasse gewährt zusätzlich einen Kredit von über 900`000 Franken. Die restlichen 2,9 Millionen Franken müssen durch Bank- und Privatkredite gedeckt werden.

Neuer Käse soll entstehen
Das gesamte Projekt besteht aus fünf Teilprojekten. Zum Beispiel wird der Neubau eines Milchverarbeitungsbetriebes für rund 2,7 Millionen Kilo Milch in Angriff genommen. Vorerst soll ein Teil weiterhin als Konsummilch verkauft werden können. Das Ziel ist jedoch, die gesamte Milch zur Weiterverarbeitung einzusetzen. «Neuer regionaler Käse wird entstehen. Mehr kann man dazu noch nicht sagen. Das Ganze befindet sich in den Kinderschuhen», fügt der Gemeindepräsident von Urnäsch Stefan Frischknecht hinzu.

Die Hälfte der regionalen Milchproduzenten hat sich an diesem Projekt beteiligt. «Die Produktionsanlage ist noch nicht fertig, aber im Oktober oder November wird diese betriebsbereit sein. Die Milchverarbeitungsfirma mit dem Namen «Urnäscher Milchspezialitäten AG» wird im Januar des nächsten Jahres in Betrieb genommen», so der Leiter des Amtes für Landwirtschaft Daniel Berger.

Ein weiteres Teilprojekt diesbezüglich sind der Umbau und die Einrichtung eines gewerblichen Käsereifungslagers für neue Käsespezialitäten durch die Firma Dörig Käsehandel AG.

Agrotourismus wird gefördert
Der dritte Punkt bezieht sich auf den Agrotourismus. Acht Bauernhöfe haben sich zu einer Interessensgemeinschaft zusammengeschlossen, die das Ziel verfolgt, die jeweiligen Höfe zum Erlebnis für Gäste zu machen. Hierzu wird in Zukunft sehr eng mit dem REKA Feriendorf zusammengearbeitet.

Teilweise sind Aktivitäten auf den Bauernhöfen im REKA-Angebot sogar inkludiert. Weitere Gästezielgruppen sind Individualurlauber der Region. Zusätzlich werden spezielle Gruppenangebote zusammengestellt, die die Attraktivität steigern sollen. Die sogenannten «Appenzeller Erlebnisbauernhöfe» bieten Tippi-Übernachtungen, Bauernhofführungen, Alpfrühstück und vieles mehr. «Wir achten natürlich darauf, dass regionale Spezialitäten auf den Tisch kommen», fügt die Beraterin im ländlichen Raum Brigitte Keller hinzu.

Natur als Erlebnis
Ein weiteres Teilprojekt zur regionalen Entwicklung ist der Ausbau des Landwirtschaftsweges. Organisiert von «Urnäsch Tourismus» wird dieser mit diversen Stationen versehen. Dadurch soll die Attraktivität des Weges gesteigert und das agrartouristische Angebot ausgebaut werden.

Laut Regierungsrätin Marianne Koller hat das gesamte Projekt eine grosse Bedeutung für den Kanton Appenzell Ausserrhoden. «Nun können neue Absatzkanäle für hochwertige Produkte wie auch Arbeitsplätze geschaffen werden. Wichtig ist die Entwicklung eines potentialschwachen Raumes», erklärt Koller abschliessend. «Nun können wir starten. Das Projekt ist gut vorbereitet, aber es wird weiterhin viel Arbeit für alle Beteiligten bedeuten.»

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 10.01.2008 - 17:39:00