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6000 kranke Bäume im Appenzellerland

AR. Neben einigen Schweizer Kantonen wurde auch das Appenzellerland 2007 stark vom Feuerbrand befallen.

Der Feuerbrand hat sich 2007 in der Schweiz stark und rasch ausgebreitet. Auch das Appenzellerland wurde von der gefährlichen Bakterienkrankheit, welche vor allem die Obstbäume bedroht, heftig befallen. Der Kanton Appenzell Ausserrhoden hat über 40 Kontrolleure in zwei Kontrollgängen beauftragt, sämtliche erkrankten Pflanzen im Kanton zu suchen und den jeweiligen Bewirtschafter und das Landwirtschaftsamt zu informieren.

Das Appenzellerland ist stark betroffen
Der Feuerbrand wird wegen der Klimaerwärmung immer mehr zum Problem der Landwirtschaft. Auch das Appenzellerland ist dieses Jahr stark betroffen. «Man kann davon ausgehen, dass 2007 bereits mehr als 6000 Bäume vom Feuerbrand befallen wurden. Dies entspricht etwa einem Drittel des gesamten Hochstammkernobstbestandes», erklärt Christine Kölla, Stellenleiterin des Landwirtschaftsamtes Appenzell Ausserrhoden. Die Kontrollen ergaben, dass rund 2000 Kernobstbäume gefunden wurden, bei denen Sanierungsmassnahmen durchgeführt werden mussten. Davon wurden zirka 700 gerodet, die restlichen konnten mit Rückschnitten behandelt werden.

Auswirkungen auf die Appenzeller Landwirtschaft
Der Feuerbrand hat negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft, doch im Appenzellerland gibt es nur wenige Bauern, die den Obstbau als Erwerbszweig betreiben. Viele sehen den Obstbau mehr als eine Art dreizehnter Monatslohn oder einfach als Hobby. So führte der akute Feuerbrandbefall im Appenzellerland zu keinen finanziellen Härtefällen. Jedoch verliert die Landwirtschaft mit jedem erkrankten Baum ökologische Werte und mit jedem Baum, den ein Landwirt roden muss, schwindet beim Bauern der Wille, wieder einen neuen zu pflanzen. «Bis anhin wurden die Ersatzpflanzaktionen sehr gut genutzt und es konnten annähernd so viele Bäume ersetzt werden, wie wegen des Feuerbrandes gerodet werden mussten», berichtet Christine Kölla.

Die Hochstammobstbäume gelten in der Landwirtschaft als wertvolle ökologische Elemente, für die dem Landwirt auch ökologische Ausgleichszahlungen ausgerichtet werden. Ein Hochstammobstbaum ist gleichwertig wie eine Are ökologische Ausgleichsfläche. «Muss nun ein Landwirt viele Bäume roden, hat er danach unter Umständen zuwenig ökologische Ausgleichsfläche. Er kann die Bäume wieder ersetzen oder er muss weitere Flächen seines Betriebes extensivieren», so Kölla.

Wie geht es weiter?
In diesem Jahr wird noch ein dritter Kontrolldurchgang stattfinden. Dieser wird jedoch vermutlich nicht mehr flächendeckend, sondern punktuell durchgeführt werden.

«Niemand kann voraussehen, wie es mit dem Feuerbrand in den kommenden Jahren weitergehen wird. Folgen wegen der Klimaerwärmung weitere Jahre mit solch milden Wintern und warmen Frühlingen, werden es die Kernobstbäume bei uns schwer haben. Wir gehen im Moment davon aus, dass sich die Lage wieder stabilisieren lässt», sagt Christine Kölla abschliessend.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 19.09.2007 - 07:53:00