6 Tanzproduktionen an einem Abend im Phönix-Theater
Steckborn. Sechs ausgewählte Kurzchoreografien von Tanzschaffenden aus der ganzen Schweiz wurden von einer Jury ausgewählt und zu einem abwechslungsreichen Abend zusammengestellt.
Junge, noch unbekannte KünsterInnen zeigen ihre Arbeiten neben Produktionen arivierter Cies. Unter dem Titel «Tanzfaktor» sind die Produktionen in sieben schweizer Städten zu sehen. Mit dabei ist die Cie ALIAS aus Genf, die soeben mit dem Schweizer Tanz- und Choreografiepreis 2008 ausgezeichnet worden ist.
Das Konzept der Kurzstücke bietet dem Publikum die Möglichkeit, an einem einzigen Abend den zeitgenössischen Tanz in seiner ganzen Vielfalt zu entdecken, für die Tanzschaffenden liegt in der Kürze der Ansporn, prägnante und originelle Ausdrucksformen zu kreieren.
Zweite Ausgabe der Tanzreihe
Nach der erfolgreichen ersten Ausgabe von Tanz>Faktor>Interregio 2007 wurde das Projekt dieses Jahr erweitert. Statt vier nehmen nun sieben Veranstaltungsorte als Gastbühnen daran teil.
Im letzten Dezember wurde eine dreisprachige Ausschreibung schweizweit veröffentlicht. ChoreografInnen, TänzerInnen und Newcomer aus der ganzen Schweiz konnten sich daraufhin mit professionell erarbeiteten Kurzstücken bewerben. Die Auswahl erfolgte durch eine überregionale Jury, bestehend aus professionellen Tanzsachverständigen.
Kurzstücke: In der Kürze liegt die Würze
Zeitbegrenzungen verlangen klare Statements und Konzentration auf das Wesentliche. Künstlerische Anliegen müssen in dichter Form formuliert werden. Eine Herausforderung für die Tanzschaffenden, sich in unkonventionellen Formen auszudrücken. Der Verzicht auf effektvolle Lichtkonzepte und aufwendige Bühnenbilder verlangt nach einer Fokussierung auf den Körper als wichtigstes Instrument, um eine authentische Unmittelbarkeit der Choreografie zu erzeugen. Für das Publikum bietet die Kurzform einen Einblick in verschiedene künstlerische Herangehensweisen, und weckt die Lust auf «mehr».
Video, Tanz, Filmhelden und Alkohol
Die sechs Kurzstücke sind sehr unterschiedlich konzipiert. So präsentiert Simone Truong mit As Long As It Last einen sensiblen Tanz innerhalb eines von abstrakten Videos live animierten Universums. Eine weitere Produktion beschäftigt sich mit der Frage: «Ist es möglich fünfzehn Minuten lang «auserwählt», eine berühmte Filmfigur zu sein? Oder ist es möglich, aus strikten geometrischen Formen Emotionen entstehen?» Perrine Valli wagt sich hier mit «Serie Vertical» auf ein schwieriges Terrain.
Die Cie Alias aus Genf geht mit der Choreographie «0.5‰» der Frage des Kontrollverlustes und der Ekstase nach. Den TänzerInnen wird Wein serviert. Der Reihe nach tanzen und konsumieren sie Wein, bis die Flasche ausgetrunken ist.. Wie geht man heute mit Ekstase und Kontrollverlust um? Vor diese Frage stellt uns dieses Stück für vier TänzerInnen. Guilherme Botelho, der Choreograf brasilianischer Herkunft, wurde am vergangenen Montag, mit seiner Cie. ALIAS in Bern für sein bisheriges künstlerisches Gesamtwerk mit dem Schweizer Tanz- und Choreografiepreis 2008 ausgezeichnet. Seit zehn Jahren gehört die Truppe des in Genf lebenden Brasilianers zu den national und international erfolgreichsten Ensembles der Schweizer Tanzlandschaft.
Zu sehen am Donnerstag, 6. November und am Samstag, 8. November jeweils um 20.15 Uhr im Theater im Pumpenhaus in Steckborn. Onlinereservationen und weitere Infos unter www.phoenix-theater.ch. Telefonische Reservationen nimmt das See&Parkhotel Feldbach unter 052 762 21 21 entgegen. Nach der Vorstellung fährt der Nachtbus ab Theater im Pumpenhaus nach Frauenfeld SBB. Der Fahrpreis ist im Theatereintritt inklusive.



























