«24 von 26 Kantonen sind Hinterwäldler?»
Speicher/AR. Markus Zeller nimmt in folgendem Leserbrief Stellung zur Noteninitiative. Er empfiehlt bei den Abstimmungen ein Ja.
Der Leserbrief im Wortlaut:
«Unser Beurteilungssystem ohne Noten von der vierten bis sechsten Klasse ist modern, fortschrittlich und der heutigen Zeit angepasst. Wir im Kanton Appenzell-Ausserrhoden werden von den restlichen 24 Kantonen diesbezüglich beneidet». Solche Aussagen der Gegner der Schulnoteninitiative werfen schon ein paar Fragen auf.
Wieso haben 24 Kantone in den letzten zehn Jahren die Schulnoten auf der Mittelstufen nicht schon längst abgeschafft, obwohl wir angeblich in unserem kleinen Kanton das beste Beurteilungssystem der Schweiz haben? Sind die anderen Kantone vielleicht alles Hinterwäldler?
Nein, der Kanton Genf zum Beispiel hat die Schulnoten nach zwei Jahren mit Hilfe einer initiative wieder eingeführt mit grosser Unterstützung der FDP. Dieser Kanton hat Grösse bewiesen und hat erkannt, dass das alte System mit Schulnoten für unsere Lehrer, Eltern und Kinder besser und klarer ist. Warum nicht einmal über die Kantonsgrenze hinaus schauen und vielleicht erkennen, dass wir vor über zehn Jahren einen Fehler gemacht haben. Zurück zum bewährten «Alten» ist kein Zeichen der Schwäche sondern der Grösse.
In der Schweiz wird die Harmonisierung im Bildungswesen von den kantonalen Bildungsdirektoren mit hohem Tempo vorangetrieben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass unterschiedliche Beurteilungssysteme (mit oder ohne Schulnoten) kein Thema sein kann.
Noten sind verständlich und klar für alle Generationen und Kantone. Insbesondere dann, wenn auch nach einer Wiedereinführung der Schulnoten, diverse Wortbeurteilungen des Schülers durch die Lehrer, wie das persönliche Beurteilungsgespräch, das Arbeits-und Lernverhalten, das Sozialverhalten und die persönliche Zielvereinbarungen, absolut erhalten bleiben.
Markus Zeller, Speicher



























