24 Prozent emotional erschöpft
Kreuzlingen. Die zweite Thurgauer Studie zu Arbeitsbedingungen der Schulbehörden zeigt, dass die Schulleitungen entlastend wirken. Trotzdem leidet jeder Vierte an emotionaler Erschöpfung.
Eine am Mittwoch, 27. Februar, vom Erziehungsdepartement vorgelegte Studie informiert über die Arbeitsbedingungen der Schulbehörden 2007. Sie ist die Zweitauflage einer bereits 2004 einmal durchgeführten Untersuchung.
Ohne Schulleitungen stärker belastet
Diese Untersuchung hatte betont, Schulbehördemitglieder dürften keinesfalls noch stärker belastet werden. Jedes neunte «einfache» und jedes siebte Präsidiumsmitglied zeigten damals Anzeichen eines Burnouts.
Die erneute Untersuchung gibt keine Entwarnung. Sie weist für 24 Prozent der Präsidentinnen und Präsidenten – also fast jeden Vierten – kritische Werte bei der emotionalen Erschöpfung aus. Bei den «einfachen» Behördenmitgliedern sind es 19 Prozent, die gefährdet sind.
Diese Werte gelten für Schulgemeinden, in denen bereits Schulleitungen eingeführt wurden. Dort fühlen sich Behördenmitglieder eher weniger belastet als in den übrigen Schulgemeinden. In Schulgemeinden ohne geleitete Schulen weisen 27 Prozent der Behördenmitglieder kritische Werte auf.
Die Richtung des Karrens vorgeben
Die von der PH Thurgau und einem Zürcher Institut für Arbeitsforschung durchgeführte Untersuchung kommt zum Schluss, dass Schulpräsidentinnen und -präsidenten zwar den Eindruck haben, die Anforderungen seien gestiegen. Aber gleichzeitig fänden sie sich weniger organisatorisch und sozial belastet.
Sei man früher vor allem damit beschäftigt gewesen, darauf zu achten, dass «der Karren läuft», so sorge dafür heute die Schulleitung. Die Behörde müsse heute die Zielrichtung vorgeben und die Verantwortung dafür übernehmen, dass diese Ziele erreicht würden, umschreibt ein Behördenmitglied die neue Aufgabenteilung.
Noch müsse aber die Abgrenzung und Zusammenarbeit von operativer und strategischer Leitung geübt werden. Es gehe eben nicht, strategische Ziele vorzugeben, wenn man keine Ahnung vom operativen Bereich der Schule habe.
Viele lokale Projekte
Die Studie kommt aber auch zum Schluss, dass von einem Marschhalt bei Schulentwicklungsprojekten wenig zu spüren sei. Zwar hätten sich 2004 viele Behördenmitglieder durch die kantonalen Entwicklungsprojekte belastet gefühlt.
Auch 2007 hätten viele Befragte angegeben, Entwicklungsprojekte belasteten sie. Gleichzeitig würden aber immer mehr Projekte lokal in Angriff genommen, heisst es in der Studie.
Entlastet fühlen sich die Schulbehörden nicht nur durch die Schulleitungen, sondern auch durch die inzwischen dezentralisierten und ausgebauten Schulberatungen. Kaum Entlastung orten sie dagegen in den Weiterbildungsangeboten für Schulbehördemitglieder.



























