Kanton Bern: Polizeihunde jagen Einbrecher und spüren bis zu 30 Sprengstoffarten auf
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Bis zu 30 Sprengstoffarten erkennen, Geld erschnüffeln oder Einbrecherspuren verfolgen – das sind die Aufgaben unserer vierbeinigen Spezialisten.
Im ersten Teil unserer Serie zeigen wir, welche Diensthunde wir im Einsatz haben und was sie besonders macht.
Wenn von Polizeihunden die Rede ist, denken viele zuerst an den klassischen Schutzhund – einen Schäferhund, der stets wachsam und einsatzbereit an der Seite einer Polizistin oder eines Polizisten steht. Doch die vierbeinigen Einsatzkräfte der Kantonspolizei Bern können weit mehr als Gebäude bewachen oder Personen verfolgen. Diensthunde übernehmen vielfältige, hoch spezialisierte und anspruchsvolle Aufgaben – und sind dabei oft entscheidend für den Erfolg eines Einsatzes.
In zwei Blogbeiträgen stellen wir Ihnen die verschiedenen Bereiche unseres Diensthundewesens vor. Wir zeigen, welche Rolle die Hunde im Polizeialltag übernehmen und wie vielseitig ihr Einsatz ist. Dabei gilt: Ein Hund kann durchaus mehrere Aufgaben erfüllen. So kann ein Notengeldspürhund zusätzlich auf Drogen ausgebildet sein oder ein Schutzhund gleichzeitig als Sprengstoffspürhund arbeiten.
Ein Team – rund um die Uhr
Sobald eine Polizistin oder ein Polizist einen Diensthund erhält, beginnt eine besondere Partnerschaft. Mensch und Hund werden zu einem unzertrennlichen Team – im Einsatz wie im Alltag. Denn der Diensthund lebt bei seiner Hundeführerin oder seinem Hundeführer und begleitet sie oder ihn rund um die Uhr.
Diese enge Bindung endet nicht mit dem letzten Einsatz. Wird ein Diensthund zu alt für den Polizeidienst oder verliert er die Freude an der Arbeit, darf er bei seiner Hundeführerin oder seinem Hundeführer bleiben. Gleichzeitig wird ein neuer Hund ausgebildet, sodass jederzeit ein einsatzfähiger Diensthund zur Verfügung steht.
Der Schutzhund
Die Schutzhunde der Kapo Bern sind im ganzen Kanton und teilweise auch darüber hinaus im Einsatz. Sie werden vor allem in zwei zentralen Bereichen eingesetzt: bei der Suche nach Täterschaften – etwa nach Einbrüchen – sowie beim Bewachen von Objekten.
Besonders häufig werden der Deutsche Schäferhund und der Belgische Schäferhund (Malinois) eingesetzt. Beide zeichnen sich durch Eigenschaften aus, die für diese anspruchsvolle Arbeit unverzichtbar sind: eine hervorragende Spürnase, hohe Ausdauer, Belastbarkeit und ein kräftiges Gebiss. Ihre Arbeitsfreude, Intelligenz und Loyalität machen sie zu verlässlichen Partnern im Einsatz.
Der Sprengstoffspürhund
Sprengstoffspürhunde gehören zu den Spezialisten unter den Diensthunden. Sie werden auf rund 30 verschiedene Sprengstoffarten ausgebildet – eine enorme Herausforderung für Nase und Konzentration. Das Training beginnt früh und spielerisch: Junge Hunde lernen, Sprengstoff in einer Wand mit zahlreichen Öffnungen zu erschnüffeln. Finden sie den richtigen Geruch, folgt sofort eine Belohnung. Dabei lernen sie sogar, einen Fund je nach Höhe unterschiedlich anzuzeigen – durch Platz, Sitz oder Stehen.
Zum Einsatz kommen Hunde bei der Suche nach Sprengstoff, Waffen und Munition. Sie kontrollieren beispielsweise Gebäude bei einem hochrangigen Besuch, unterstützen bei Hausdurchsuchungen oder helfen nach Schussabgaben, Patronenhülsen und Munition rasch zu finden.
Trainiert wird in unterschiedlichstem Terrain: draussen im Gelände, in Fahrzeugen oder in Innenräumen. Wichtig ist dabei, dass die Hunde den Sprengstoff passiv anzeigen, ohne diesen zu berühren oder zu belästigen.
Nicht jede Hunderasse eignet sich für diese anspruchsvolle Aufgabe. Entscheidend sind eine hohe Sicherheit des Hundes in unterschiedlichen Terrains, eine ruhige Arbeitsweise und ein ausgeprägter Spiel- und Beutetrieb.
Der Drogen- und Notengeldspürhund
Drogen- und Notengeldspürhunde benötigen ebenfalls eine besonders feine Nase und einen ausgeprägten Spieltrieb. Ihr Training folgt einem klaren Prinzip: Der Hund lernt einen Geruch kennen und wird für das richtige Anzeigen belohnt. Auch hier kommt eine Wand mit vielen Öffnungen zum Einsatz, an der die Hunde ihre Nase gezielt einsetzen. Mit der Zeit wird das Training immer komplexer: Die Hunde suchen nach unterschiedlichen Mengen, in wechselnden Umgebungen und an immer neuen Verstecken. So werden sie Schritt für Schritt auf reale Einsätze vorbereitet.
Auch im Drogenspürhundetraining wird schrittweise gearbeitet: von sterilen, ungestreckten Substanzen bis hin zu gestreckten Drogen. So lernt der Hund sämtliche Geruchsbilder kennen. Manchmal zeigt der Hund deshalb auch bei Medikamenten an – weil Drogen teilweise mit Medikamenten gestreckt werden. Auch das wird bewusst trainiert.
Beim Notengeld steht besonders das Papier im Fokus. Banknoten bestehen aus speziellem Material. Zuerst trainieren die Hunde mit unbehandeltem Papier, danach mit bedrucktem und lackiertem. So lernt der Hund den charakteristischen Geruch einer Banknote kennen, selbst wenn diese gewaschen oder unzählige Male angefasst wurde. Es kommt sogar geschreddertes Geld zum Einsatz, damit auch grosse Geldmengen trainiert werden können. Denn für den Hund riechen kleine Geldmengen anders als grosse Geldmengen. Notengeldspürhunde zeigen auch Ausweispapiere an, da diese auf dem gleichen Papier gedruckt werden wie Banknoten.
Quelle: Kantonspolizei Bern
Bildquelle: Kantonspolizei Bern