Wetter: Mach dr Drägg ewägg …
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Das schöne Wetter ist ja gut und recht! Aber wo ist denn eigentlich die gute Fernsicht hin? Des Bloggers Ansicht nach könnte man die untere Luftschicht mal ersetzen!
Die Schweiz befindet sich am Süd- bis Südostrand eines umfangreichen Hochdruckgebiets mit Kern über der Nordsee in einer Bisenströmung. Die stark gealterte Luftmasse ist schmutzig und die Fernsicht in den unteren Schichten stark eingeschränkt.
Unter Alterung der Luftmasse versteht man die Anreicherung einer Luftmasse mit Aerosolen (kleine, in der Luft schwebende Teilchen). Diese können einerseits natürlicher Herkunft sein (zum Beispiel Staub, Asche oder Pollen) oder auch anthropogenen, also menschlichen Ursprungs. Letzterer ist meist durch Heizen, oder industrielle Ausstosse verursacht.
Besonders markant wird dies in winterlichen Hochdrucklagen. Der Grund dafür ist, dass im Hochdruck ein generelles Absinken der Luftmassen stattfindet und die untersten Luftmassen am Boden im Winterhalbjahr stark auskühlen und unter einer Inversion «gefangen» sind. Bei uns geht es, auch wenn im Moment noch zaghaft, auf den Frühling zu, was noch ein, zwei Finessen mit sich bringt.
Wir schauen uns das anhand einiger Bilder und Graphiken an.
1. Ein Bild …
MeteoSchweiz-Kamera in Zürich Fluntern. Die Bilder vom 24. Dezmber 2021 und von heute (rechts) gehen ineinander über.
… von unserer Kamera in Zürich mit Blick über den See zeigt, wie belastet die Grundschicht ist. Die beiden Bilder sind so dargestellt, dass sie ineinander übergehen. Auf der rechten Seite eine Aufnahme von heute, auf der linken Seite eine Aufnahme vom 31. Dezember 2021. Heute sieht man kaum die Albis-Kette. In der linken Bildhälfte ist ersichtlich, dass man Fernsicht bis in die Alpen haben kann.
2. Die Messungen:
In der Radiosondierung von heute 00 UTC ist die Inversion (Temperaturzunahme mit der Höhe) auf rund 800 hPa (also auf 2000 Metern) gut ersichtlich. Darunter befindet sich die «gefangene», gealterte Grundschicht. Darüber sind die Luftmassen trocken und sauberer.
Eine kleines, aber feines Detail des Frühlings ist, dass die Grundschicht durchmischt werden kann. Die im Frühjahr allmählich kräftigere Strahlung kann den Boden bereits etwas aufheizen, sodass die wärmeren bodennahen Luftpackete aufsteigen und so die unterste Schicht durchmischt wird. Die Luftpackete können heute aber nicht genügend erwärmt werden, dass diese höher als die Inversion aufsteigen konnten.
Sondierung von heute 00 UTC in Payerne. In durchgezogener Linie die Temperatur, gestrichelt der Taupunkt (je weiter die beiden Kurven auseinanderliegen, desto trockener). In der rechten Diagrammhälfte ist der Wind dargestellt.