20. Fensterchen auf appenzell24.ch
Steht Ihr Weihnachtsbaum schon zu Hause? Wenn Sie einen kaufen gehen, könnte diese Geschichte ihnen behilflich sein.
Der hässliche Weihnachtsbaum
Seit vielen Jahren schon verkaufe ich Weihnachtsbäume aus meiner eigenen Schonung. Die Leute können sich hier «ihren Baum» selbst aussuchen und absägen. Bei dieser Aktion macht man so manch freudige, aber auch weniger freudige Erfahrung, wie die Einzelnen sich verhalten beim Suchen des Baumes.
Er soll doch zu Weihnachten ihr Zimmer schmücken. Da gibt es schon mal Diskussionen zwischen Eltern und Kindern oder Mann und Frau – doch die meisten gehen mit «ihrem Baum» zufrieden nach Hause. Aber ein besonderes Erlebnis möchte ich erzählen:
Der Hauptandrang war vorüber, da kam noch ein Vater mit seiner etwa, 10-jährigen Tochter. Ich ging mit ihnen zur Schonung und wollte sie allein nach «ihrem Baum» suchen lassen. Doch dazu kam es nicht, denn das Mädchen hatte sich sofort auf einen bestimmten Baum festgelegt.
Es war ein «hässlicher» Baum. Sie fragte mich, warum der Baum stehen geblieben wäre. Ich habe versucht, ihr zu erklären, dass er eben nicht so schön gewachsen ist und ihn deshalb keiner kaufen wollte. Auch der Vater versuchte ihr den Baum auszureden, doch damit stiess er auf taube Ohren bei dem Mädchen. Es kam zu einem interessanten Wortwechsel zwischen Vater und Tochter.
Der Vater sagte: «Was wird die Mutti sagen, wenn wir mit diesem Baum nach Hause kommen?» Die Tochter: «Die wird es schon verstehen, denn wir Menschen sind es doch, die darüber urteilen, was schön und was hässlich ist.» Vater: «Einen Unterschied muss man trotzdem machen.»
Die Argumente gingen hin und her, aber dann war das Mädchen mit seiner Geduld am Ende. «Papa», sagte sie ganz energisch, «der liebe Gott hat weder schöne noch hässliche Menschen gemacht. Denn ein hässlicher Mensch kann so schön sein und ein schöner Mensch kann hässlich sein, es kommt doch auf das Herz an. So ist es auch mit diesem Baum.
Ich sehe ihn mit meinem Herzen und er ist schön.» Damit war die Entscheidung gefallen, denn der Vater hatte nichts mehr zu entgegnen. Der Baum wurde abgesägt und mitgenommen. Ich schenkte den beiden den Baum, denn die Argumentation des Mädchens hatte mich sehr beeindruckt.
Die beiden zogen im wahrsten Sinne des Wortes von «(d/T)annen». Als ich einige Wochen später den Vater auf dem Homberger Marktplatz traf, fragte ich ihn nach dem Weihnachtsfest. «Es waren die schönsten Weihnachten, die wir je hatten, denn unser Kind war glücklich mit seinem Baum.»
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