190 Beratungen bei der Beratungsstelle für Suchtfragen
Die Beratungsstelle für Suchtfragen Appenzell Ausserrhoden präsentiert ihren Tätigkeitsbericht.
Im November 2007 feierte die Beratungsstelle zusammen mit 150 Gästen das 20-jährige Bestehen. Im Jahr 2008 will die Beratungsstelle in Bühler das Qualitätsmanagementsystem QuaTheDA einführen.
Am 16. November 2007 feierte die Beratungsstelle für Suchtfragen Appenzell Ausserrhoden gemeinsam mit über 150 Gästen ihr 20-jähriges Bestehen. Die 20 Jahre waren eine bewegte Zeit und die Beratungsstelle hat sich laufend den Entwicklungen in der Schweizer und Ausserrhoder Suchtpolitik angepasst.
190 Beratungen
Die Anzahl der ratsuchenden Menschen hat sich im Vergleich zu 2006 stabilisiert, nachdem sie in den letzten Jahren stets zugenommen hatte. Es wurden 123 Personen (Vorjahr 130) über einen längeren Zeitraum beraten und 67 Kurzberatungen (Vorjahr 61) durchgeführt. Das Beratungsteam hat in den letzten zwei Jahren je ein Programm für FiaZ*- und FuD*-Klientinnen und -Klienten entwickelt (*FiaZ = Fahren in angetrunkenem Zustand / FuD = Fahren unter Drogeneinfluss). Andere Stellen in der ganzen Schweiz sind an den beiden Programmen interessiert, weil sie ein strukturiertes und erfolgversprechendes Training bei der Beratung von Menschen versprechen, die mit Alkohol und/oder Drogen ein Fahrzeug gelenkt haben.
Intensivierung von Rauchstopp-Beratungen
Die Lungenliga Appenzell Ausserrhoden hat der Beratungsstelle für Suchtfragen für die nächsten vier Jahre (2008-2011) einen Leistungsauftrag erteilt, damit die Bereiche Rauchstoppberatung und Tabakprävention intensiviert und weiter bearbeitet werden können. Die Suchtberaterin, Andrea Heeb, hat sich in den letzten Monaten zur Rauchstopp-Trainerin weitergebildet. Ab Sommer 2008 werden spezielle Rauchstopp-Programme für Ausstiegswillige und auch speziell für Firmen angeboten.
Unterstützung durch Politik und Gesetz
Auch im Jahr 2007 stand die Umsetzung des «5-Jahres-Aktionsplans 2004-2008 für eine Präventionspolitik Tabak/Alkohol in Appenzell Ausserrhoden» im Zentrum der Präventionstätigkeit. Mit der Inkraftsetzung des neuen Gesundheitsgesetzes am 01.01.2008 werden verschiedene Ziele des Aktionsplans als erfüllt betrachtet. Fast einmalig ist dabei, dass Politik und Beratungsstelle so gut zusammenarbeiten. Ein besonderer Dank dafür geht an die Gemeinde- und Kantonspolitiker/innen. Nur so ist es überhaupt möglich, dass verschiedene Projekte mit Schulen, Firmen und Gemeinden in den Bereichen Früherkennung und Prävention geplant und durchgeführt werden können. Speziell wird das Projekt «freelance» erwähnt. «freelance» ist ein Präventionsprogramm für Oberstufen, welches die Beratungsstelle zusammen mit fünf weiteren Ostschweizer Kantonen entwickelt. Das Programm startet auf das Schuljahr 2008/2009. Aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden haben sich praktisch alle Oberstufenlehrpersonen für «freelance» angemeldet.
Einführung von Qualitätsmanagement
In den letzten Jahren hat die Beratungsstelle stufenweise das Qualitätsmanagement-System QuaTheDA des Bundesamtes für Gesundheit eingeführt. Die internen Abläufe wurden damit optimiert. Spätestens im Herbst 2008 wird die QuaTheDA-Zertifizierung angestrebt.
Interview mit Damian Caluori, Leiter der Beratungsstelle für Suchtfragen Appenzell Ausserrhoden:
«Rauchstopp-Beratung ab Sommer 2008»
Sie berichten über speziell erarbeitete Beratungsprogramme für Menschen, welche mit Alkohol und/oder Drogen ein Fahrzeug lenkten. Was ist speziell an diesen Programmen?
Oft ist es so, dass die Menschen, welche wegen Fahren unter Alkohol- und/oder Drogeneinfluss verzeigt werden, ein relativ kleines Unrechtsbewusstsein haben. Dies obwohl sie Fussgänger, die anderen Verkehrsteilnehmenden und sich selber massiv gefährden. Die erarbeiteten Programme ermöglichen, die den Klientinnen und Klienten so zu arbeiten, dass sie sich langsam bewusst werden, wie gefährlich Alkohol und Drogen im Strassenverkehr sind. Wir trainieren mit den Ratsuchenden, dass sie künftig verantwortungsbewusste Verkehrsteilnehmende sind.
Neu bietet die Beratungsstelle ab 2008 auch Rauchstopp-Beratungen an?
Ja, das freut mich besonders. Die Lungenliga Appenzell Ausserrhoden hat uns einen Leistungsauftrag zur Intensivierung der Rauchstopp-Beratungen und der Tabakprävention erteilt. Mit den zur Verfügung stehenden Geldern konnten wir das Stellenetat leicht ausbauen. Meine Kollegin Andrea Heeb hat sich im letzten Jahr berufsbegleitend zur Rauchstopp-Trainerin ausbilden lassen. Ab Sommer 2008 bieten wir spezielle Kurse an, in denen Ausstiegswillige begleitet und gecoacht werden.
Apropos Prävention: Im Schuljahr 2008/2009 startet das neue Präventionsprogramm «freelance» an den Oberstufen. Stösst das neue Programm bei den Lehrpersonen überhaupt auf Interesse?
Seit Mitte März 2008 können sich Lehrpersonen für «freelance» anmelden. Aus Appenzell Ausserrhoden durften wir bis heute sage und schreibe 104 Anmeldungen registrieren. Somit ist das Interesse wohl mehr als nur belegt. «freelance» bietet den Lehrpersonen die Möglichkeit, mit kleinen Präventionseinheiten oder Präventionshäppchen die Themen Alkohol, Tabak und Cannabis über das ganze Jahr in den Unterricht zu integrieren. Mehr dazu unter www.be-freelance.ch.



























