150 Jahre Turnen in Heiden
Heiden. Der Turnverein zeigte sich zum 150-Jahr-Jubiläum von seiner jugendlichen und fröhlichen Seite.
Sie hat ein grosses Potential, die Jugendabteilung des STV Heidens unter der Leitung von Kurt Sonderegger. Das demonstrierten die Mädchen und Buben am vergangenen Sonntag beim 150-Jahr-Jubiläumsbrunch innerhalb eines lustigen Fluges rund um die Welt. Den abwechslungsreichen Flug 150 STVH kommentierten Kapitän Nadine Eugster und Co-Pilotin Janine Weder.
Ins Flugzeug stiegen quirlige Apppenzeller mit allerhand Sportgerät ausgerüstet. Die kleine Jugendriege unter der Leitung von Kurt Sonderegger, Tim von der Wingen, Jasper Deviser und Daniel Lutz überzeugte mit Ball- und Bodenübungen sowie einer gekonnten Pyramide.
Grundlagentraining auch für den Alltag
China, das Land der letzten Olympiadenaustragung, durfte auf dem sportlichen Flug zum Motto „Fit und munter um die Welt“ nicht fehlen. Chinesinnen und ihre Kinder, das Mukiturnen mit Nicole Rechsteiner, Monika Abderhalden und Karin Siebeneichen, zeigten in einer anmutigen Nummer auf, dass sich Turnerinnen und Turner bereits in jüngsten Jahren beim Hüpfen, Rollen und Springen spielerisch eine gute Koordination aneignen. Grundlagen, die im Alltag ebenso nützlich sind wie im Sport.
Danach folgten Lambada und Limbo, der Tanz unter der Stange hindurch, vorgezeigt von der mittleren Mädi, Verantwortlich für den tänzerischen Südamerikaaufenthalt der Häädler zeigten sich Janine Weder, Sandra Graf und Nadine Schläpfer. Nun nahm das Flugzeug nördlichen Kurs. In den USA erwartete das Kinderturnen mit einer Gruppe Cheerleaders und Rugbyspielern die Appenzeller. Es folgten gekonnte Sprünge vom Schwedenlasten und sauber ausgeführte Bodenübungen, einstudiert von Silvia Sonderegger, Annelies Lutz, Martina Küng und Angela Böhler.
Yes, we can
Noch fehlte ein weiterer Kontinent. Australien und Kängurus. Was lag da näher als eine Minitrampolinvorführung der mittleren Jugi unter Markus Spichtig. Sprünge und Salti mit und ohne Schwedenkasten faszinierten das Publikum. Letzte Zwischenlandung war Afrika. Im tiefen Dschungel tat sich so einiges: Stufenbarrenübungen, Hulahoppreifen zu Hauf um die Hüften der jungen Mädchen und gekonnt vorgetragene Bodenübungen. Die Idee stammte von den Leiterinnen Nadine Eugster und Alwina Leuthold.
„Yes, we can“, der Leitspruch des Kitu, davon war auch das Publikum überzeugt. Mit dem Brunch hat sich der STV Heiden eine Idee des Turnvereins Berg SG zueigen gemacht, der über eine ähnliche Konstellation verfügt wie die Häädler. Sie zeigten ihr hohes Jugendpotential auf. Die Freude an der Bewegung stand ganz im Zentrum der fantasievollen Nummern. Gemeindepräsident Norbert Näf: „Der Brunch bringt das Dorf zusammen und zum Dorf gehören auch die Kinder. Wer solch unkonventionelle Ideen umsetzt, hat für die nächsten 150 Jahre Existenzchancen. Es hat Spass gemacht zuzuschauen und zu sehen, wie aktiv die Turnerjugend ist. Mein Dank geht an alle Beteiligten, die ihre Freizeit für die Jugend opfern.“
Drei bis vier Aktive
Heiden war vor 150 Jahren Gründungsmitglied des appenzellischen Turnverbandes und ist damit einer der ältesten Turnvereine im Kanton. Seit zehn Jahren gibt es jedoch keine Aktiv- und seit einem Jahr keine Damenriege mehr. Dazu Kurt Sonderegger: „Uns fehlen die mittelalterlichen Aktiven im Alter zwischen zwanzig und dreissig Jahren. Dort könnten wir Leiter für die Jugendabteilung rekrutieren. So kämpfen wir mit gleichen Problemen wie andere Vereine unter etwas härteren Voraussetzungen. Aber wir machen das Beste daraus. Für diesen Brunch konnten wir auf die grosse Erfahrung des Turnvereins Berg zählen.
Sondereggers Dank ging an die Gemeinde, das Abwartehepaar Sonja und Jürg Binder und Bauamtschef Michel Sieber sowie an STV-Präsidentin Heidi Städler. ATV-Präsident Daniel Büchel blickte ein wenig wehmütig zurück: „Ich bedaure, dass Heiden keine Aktivriege mehr hat, gerade auch weil ich meine turnerischen Grundlagen in der Häädler Jugi und in der Aktivriege erwarb. Der ATV würde unterstützend wirken, sobald drei bis vier Turner und Turnerinnen sich entscheiden könnten, wieder eine Aktivriege aufzubauen.
Dringend Jugi- und Mädileiter gesucht
Zum 150-Jahr Jubiläum erhielten Jugi und Mädi das neue T-Shirt mit dem von Fabienne Stocker kreierten Logo von der Sonderegger Weine AG gesponsert. Zurzeit ist der Fortbestand von Jugi und Mädi jedoch keineswegs gesichert, treten doch verschiedene Leiterinnen und Leiter auf Ende des Schuljahres zurück. Damit insbesondere der Turnbetrieb in der kleinen und mittleren Mädchenriege sowie der mittleren Jugendriege nach den Sommerferien weiterlaufen kann, sind Leiter und Leiterinnen sowie Hilfsleiter und Hilfsleiterinnern gesucht. Die kleine Mädchenriege turnt am Donnerstag zwischen 17.30 bis 18.45 Uhr, die mittlere am Montag von 17.15 bis 18.45 Uhr und die mittlere Jugendriege am Dienstag von 18.45 bis 20.15 Uhr. Interessierte Leiterinnen und Leiter, Hilfsleiterinnen und Hilfsleiter wenden sich bitte an Kurt Sonderegger oder Heidi Städler.



























