
125 Jahre zwischen Tradition und Experiment
Urnäsch/AR. «Streichmusik Alder» feiert in Urnäsch.
Zwischen Bodensee und Alpstein leben Tradition und Brauchtum, das Spuren in der ganzen Welt hinterlässt. Besonders die Appenzeller Musik ist weit über die Landesgrenzen bekannt. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt der Alder-Dynastie. Sie steht für traditionelle Volksmusik wie auch für innovative Kompositionen mit neuen Rhythmen und fremden Klängen. Zum 125-Jahr-Jubiläum geben die «Alderbuebe» am 31. Oktober und 1. November 2009 zwei exklusive Konzerte in der Urnäscher Kirche. Die Gelegenheit, das Appenzellerland an Ort und Stelle kennen zu lernen.
Sie gehören zu den berühmtesten Volksmusik-Formationen in der Schweiz und in der weiten Welt: die «Alderbuebe» aus der Appenzeller Alder-Dynastie. Exakt vor 125 Jahren (1884) gründeten die Brüder Ulrich und Johannes Alder die «Streichmusik Alder» in Urnäsch. Sie prägten die traditionelle Besetzung der Appenzeller Streichmusikformationen: erste Geige, zweite Geige, Hackbrett, Cello und Kontrabass. Später kam das Akkordeon hinzu. Die «Streichmusik Alder» spielt mittlerweile in der dritten, vierten und fünften Generation in unterschiedlicher Zusammensetzung.
Nahe an den Wurzeln: Alpenklänge und gelebtes Brauchtum
Die Klänge aus dem Appenzellerland sind eng verbunden mit dem Leben der Appenzeller und ihrer Herkunft. So kündigen die Senntumschellen beim Alpaufzug den Aufbruch von Tier und Mensch zur Alp weit über die Hügel hinweg an. Auf der Alp beschliessen die Sennen den Tag mit dem Betruf – einem althergebrachten Ritual. Und an den «Stobete» geht es mit Jodeln, Talerschwingen und «Schölleschötte» (das Hin- und Herbewegen von drei Senntummschellen) lustig zu und her. Ursprünglichkeit und Brauchtum sind auch im Alltag der Appenzeller erlebbar. Hier finden sich noch Handwerksberufe, die andernorts längst verschwunden sind. Bei Roger Dörig in Appenzell können Interessierte beispielsweise einem echten Riemensattler über die Schultern schauen. Er zeigt, wie viel Geschick es braucht, um beschlagene Gürtel, Hosenträger und Schellenriemen zu fertigen (www.myappenzell.com). Das Appenzeller Brauchtumsmuseum in Urnäsch lädt ein zu einem Streifzug durch die bäuerliche Kultur mit ihrem traditionellen Handwerk und lebendigen Brauchtum (www.museum-urnaesch.ch). Das Appenzeller Volkskundemuseum in Stein bietet einen Einblick in die bedeutende Bauernmalerei und das Kunsthandwerk als Teil der bäuerlich-sennischen Kultur der Appenzeller (www.appenzeller-museum.ch).
Ein Ohrenschmaus, wo sie herkommen: Jubiläumskonzerte in Urnäsch
So richtig echt tönen die Alders natürlich nur im Appenzellerland: Am 31. Oktober um 20 Uhr und am 1. November um 17 Uhr musizieren die «Alderbuebe» zum 125-Jahr-Jubiläum in der Urnäscher Kirche. Begleitet werden sie von der appenzellischen Flamencotänzerin Bettina Castaño und der Jodlerin Nadja Räss. Nadja Räss umrahmt das Jubiläumsprogramm mit traditionellen Melodien und Zäuerli. Tickets sind im Vorverkauf erhältlich unter www.alderjubi.ch oder per Telefon 078 659 67 55.
Denkwürdige Plattentaufe: Hommage an die «Streichmusik Alder»
Noldi Alder präsentiert am 23. Oktober 2009 um 19.30 in der Kirche Urnäsch einen neuen Tonträger. Gemeinsam mit ihm musizieren: Judith Müller, Geige, Adrian Häusler, Geige und Bratsche, Nicola Romano, Cello, André Ott, Kontrabass, und Markus Lauterburg, Perkussion. Die CD ist eine Hommage an die «Streichmusik Alder».