121 Lehrerinnen und Lehrer diplomiert
Kreuzlingen/TG. Der 4. Juli war dieses Jahr auch ein besonderer Feiertag: 121 Absolventinnen und Absolventen der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG) durften an der Diplomfeier im Sport- und Kulturzentrum Dreispitz ihr Lehrdiplom in Empfang nehmen.
«Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne»: Diese Zeile aus einem Hesse-Gedicht stellte Annemarie Etter, Mitglied des Schulrates der PHTG, ins Zentrum ihrer Rede zur Diplomfeier 2009 der Pädagogischen Hochschule Thurgau. Vor bis in die hintersten Reihen belegtem Dreispitz-Saal beglückwünschte sie die 121 Diplomandinnen und Diplomanden mit dieser – neudeutsch ausgedrückt – «Message» aus dem Jahr 1941 zum Neubeginn. Es werde nicht einfach, gemessen an der Menge von Anforderungen, Schulreformen und kritischen Meinungen aus der Öffentlichkeit. Für angehende Lehrerinnen und Lehrer sei es deshalb wichtig, ihre geistige Freiheit und den Respekt vor sich selbst zu bewahren und gelegentlich auf Abstand zu gehen.
Keine Fach-, sondern Klassenlehrer
PHTG-Rektor Ernst Preisig sprach von einem grossen Freudentag und dankte den jungen Lehrkräften, die je nach Studiengang ein bis drei Jahre an der PHTG verbracht hatten, für ihren grossen Einsatz und die guten Begegnungen. In die Zeit ihres Studiums fielen die erfolgreiche Volksabstimmung zugunsten der Neubauten sowie deren Erstellung und Bezug letzten Herbst, der Ausbau der Kooperation mit der Universität Konstanz und der Anstieg der Studierendenzahl auf über 400, resümierte Preisig. Noch einmal stellte er klar, dass die PHTG keine Fachlehrer ausbilde, sondern Klassenlehrpersonen, die in gleich vielen Fächern unterrichteten wie in der früheren seminaristischen Ausbildung. Er zeigte sich aber überzeugt, dass sich gesamtschweizerisch zugunsten der Schulqualität eine Lösung mit reduzierter Fächerzahl durchsetzen werde.
Reflektieren gelernt
In ihrem Rückblick thematisierten Barbara Stockmeier, Sekundarstufe-II-Absolventin, und Studiengang-Primarstufe-Absolvent Mauro Bolzern – unter Beifall der Mitstudentinnen- und -studenten – Podcasts, Post-its, Blogs und Facebook-Status, eigene Lehrpläne, Individualisierung und Vielfalt statt Einheit. Über die 100-seitige Portfolio-Arbeit habe man schliesslich eines sicher gelernt: Reflektieren. Dies und anderes mache es aus, dass «hier nicht etwa Strolchpädagogen präsentiert werden, sondern eine Truppe von 1-a-Lehrerinnen und -Lehrern», so Mauro Bolzern.
Zur musikalischen Umrahmung der Feier trugen die Kinder- und Jugendkantorei am Münster Konstanz bei, unter der Leitung von Steffen Schreyer und PHTG-Studierenden aus dem Modul Kinderchorleitung mit Ausschnitten aus dem Musical «Der Beginn» von Michael Hoppe.
17 Frauen erhielten ihr Lehrdiplom für die Vorschulstufe, ebenfalls 17 Absolventinnen und Absolventen (8 Frauen, 9 Männer) ihr Lehrdiplom für Maturitätsschulen, davon 7 unterzeichnet von der Universität Konstanz und der PHTG. Erstmals 2 Absolventen erhielten ein Diplomprofil «Euregio», das die Wählbarkeit sowohl an Gymnasien der Schweiz wie auch in Baden-Württemberg ermöglicht. 20 Prozent der Absolventen von Primar- und Vorschulstufen-Studiengängen haben die PHTG nach einer Berufsausbildung als Zweitausbildung besucht. Von den 60 diplomierten Primarlehrpersonen, die eine Stelle suchten, haben 53 eine Stelle gefunden. Rund ein Viertel der Absolventen wird einen Auslandaufenthalt einschalten, Zivil- oder Militärdienst leisten oder ein Weiterstudium aufnehmen. 3 Primarlehrpersonen werden auf der Oberstufe unterrichten. Etliche Diplomierte werden ausserhalb des Thurgaus tätig werden, so. z. B. 12 im Kanton Zürich. Alle Sekundarstufe-II-Absolventen haben Anschlusslösungen gefunden, ebenso alle Vorstufenlehrkräfte.



























