Fr. 8. April 2011 - 09:41 Uhr / PN

Taiwans Botschafter besucht St. Gallen und das Rheintal

Taiwans Botschafter Fadah Hsieh mit Tourismusdirektor Boris Tschirky
Taiwans Botschafter Fadah Hsieh mit Tourismusdirektor Boris Tschirky
Direktorin des taiwanesischen Trade Office, Jessie Lieh-Jiun Chao, Botschafter Fadah Hsieh, Nationalrat Roland Rino Büchel, Tourismusdirektor Boris Tschirky im Café StGall des Textilmuseums
Direktorin des taiwanesischen Trade Office, Jessie Lieh-Jiun Chao, Botschafter Fadah Hsieh, Nationalrat Roland Rino Büchel, Tourismusdirektor Boris Tschirky im Café StGall des Textilmuseums
Harald Höscheler, Sales Manager Taiwan, Toni Lässer, Botschafter Fadah Hsieh
Harald Höscheler, Sales Manager Taiwan, Toni Lässer, Botschafter Fadah Hsieh

Hoher Besuch in der Ostschweiz. Auf Einladung von Nationalrat Roland Rino Büchel und Tourismusdirektor Boris Tschirky besuchte Taiwans Botschafter Fadah Hsieh gestern zusammen mit einer Delegation der taiwanesischen Vertretung St. Gallen und das Rheintal. - PN

Schon heute unterhalten die Schweiz und Taiwan intensive geschäftliche Beziehungen. Allein im letzten Jahr exportierte die Schweiz Waren im Wert von 1.5 Milliarden Franken in den aufstrebenden asiatischen Staat mit seinen 23 Millionen Einwohnern. Das ist eine Steigerung von 29 % gegenüber dem Vorjahr.

Botschafter Hsieh sagte gestern im Textilmuseum St. Gallen: „Wir danken Nationalrat Büchel und Tourismusdirektor Tschirky für den herzlichen Empfang in der Ostschweiz. Der Zweck unseres Besuchs ist es, den St. Galler Tourismus bei den Taiwanesen zu fördern und die gute Partnerschaft von der Ostschweizer und der taiwanesischen Wirtschaft zu unterstützen.“

Rasante Entwicklung
Beachtlich sind die Zahlen aus der Ostschweiz, insbesondere aus dem „High Tech Valley“ Rheintal. Roland Rino Büchel präsentierte die Fakten: „Die Exporte nach Taiwan nahmen im Jahr 2009 um 19 % und im 2010 nochmals um 73 % zu. Insgesamt erzielen die Unternehmen zwischen Rüthi und dem Bodensee einen jährlichen Exportüberschuss von 26’000 Franken pro Kopf. Diese Zahl ist weltrekordverdächtig.“

Wie das Rheintal hat Taiwan in Sachen Wettbewerbsfähigkeit einiges zu bieten. Der asiatische Staat belegt in den offiziellen Rankings weltweit die Plätze 4, 8 oder 13, je nach Studie, wie Herr Hsieh ausführte. Die Wirtschaft in seinem Land wuchs im letzten Jahr um nicht weniger als 10.8 Prozent!

Taiwans Touristen entdecken die Schweiz
Auch der Tourismus entwickelt sich hervorragend. Im letzten Jahr gab es 55’000 Übernachtungen von taiwanesischen Touristen in der Schweiz. Seit Januar 2011 benötigen Besucher aus Taiwan kein Visum mehr für die Einreise in unser Land. Botschafter Hsieh: „Grossbritannien schuf die Visapflicht vor zwei Jahren ab. Seither hat sich die Zahl der taiwanesischen Besucher weit mehr als verdoppelt.“

Nach einem Rundgang durch das Textilmuseum mit der Sonderausstellung „StGall“ und einem Mittagessen im Kulturzentrum Lokremise besuchte die taiwanesische Delegation das Rheintal. Die Gäste waren vom Diepoldsauer Stickereimaschinenfabrikanten Lässer AG ebenso beeindruckt wie von der Microlife, einem weltweit führenden Unternehmen für medizinische Diagnosegeräte.

Besuch bei Rheintaler Firmen
Die Diepoldsauer Lässer AG ist ein hochinnovativer KMU-Betrieb mit rund 220 Mitarbeitern. Das Unternehmen ist der weltweit führende Hersteller von Schifflistickmaschinen. Dank bahnbrechender Technologien und grosser Investitionen hat sich der Rheintaler Betrieb seine Spitzenposition gesichert.

Lässer erzielt einen beträchtlichen Teil seines Umsatzes mit Taiwan und pflegt seit 24 Jahren intensive Beziehungen zu Kunden im aufstrebenden asiatischen Staat. Botschafter Hsieh konnte es kaum glauben, als er einen der beiden Firmeninhaber, Toni Lässer, im „Übergwändli“ in der Werkstatt antraf. Seine Achtung wurde noch grösser als er erfuhr, dass das ganz normal und jeden Tag der Fall ist.

Microlife ist eine der weltweit führenden Firmen für die Entwicklung und die Herstellung von medizinischen Diagnosegeräten. Der Betrieb wurde vor 30 Jahren vom innovativen Unternehmer Kin-Yuan Lin in Taiwan gegründet und zählt heute gegen 4’000 Mitarbeiter. Microlife ist mit einem Anteil von 35 % weltweit die Nummer 1 bei den digitalen Fieberthermometern und die Nummer 2 bei den Blutdruckgeräten, die zu Hause eingesetzt werden.

Microlife setzt auf das Logo „Swiss Design“. Die Firma stellt jeden Monat zwei Millionen Fieberthermometer und 400'000 Blutdruckmessgeräte her. Der Hauptsitz für Europa, den Mittleren Osten und Afrika befindet sich seit 15 Jahren im Rheintal. „Von hier aus betreuen wir Kunden in drei Dutzend verschiedenen Sprachen und generieren einen Drittel des Konzernumsatzes“, führten CEO Victor Aquino und Vice President Eckehard Fend aus.

Bleibender Eindruck
Zum Abschluss seines Besuchs sagte der Botschafter in Widnau: „Ich bin überzeugt, Taiwan und die Schweiz bilden eine gute Verbindung, a Smart Tie, wie man auf Englisch sagt. Beide Länder sind relativ klein, aber weltoffen. Demokratie und Freiheit werden gross geschrieben. Der Sinn für Innovation, eine gut ausgebildete Bevölkerung und die Zuverlässigkeit der Menschen zeichnen uns beide aus. Ich danke Nationalrat Büchel, Direktor Tschirky und den Vertretern der beiden Rheintaler Firmen ganz herzlich für den sehr aufschlussreichen Tag.“