Europa Di. 24. November 2009 - 07:47 Uhr / PN

Drei Männerchöre – ein fantastisches Konzert

Die letzte Zugabe war das Rugguserli von Josef Rempfler «Bi me guete Rote».
Die letzte Zugabe war das Rugguserli von Josef Rempfler «Bi me guete Rote».

polizeinews.ch

Heiden/AR. Unter der Leitung von Michael Schläfer und Anita Schönenberger brillierten die drei Männerchöre Aesch, Nuglar und Heiden sowie das «Appenzeller Echo» am Sonntagabend im Konzert «Troika» in Heiden. - PN

Troika – der musikalische Diamant
Solche Perlen der Männerchormusik sind selten. Michael Schläpfer, Leiter Männerchor Heiden, und Anita Schönenberger, Leiterin der Chöre Aesch und Nuglar, schafften mit ihrer Zusammenarbeit die Grundlagen für ein beeindruckendes Konzert. Zum guten Gelingend des Abends in der vollbesetzten evangelischen Kirche in Heiden trug ebenfalls das «Appenzeller Echo» mit Josef Rempfler, Violine und Akkordeon, Benjamin Rempfler, Hackbrett, und Walter Neff, Bass, bei. Um es vorwegzunehmen, das Publikum dankte mit stehender Ovation. Michael Schläpfer und die in St. Gallen aufgewachsene Anita Schönenberger kennen sich vom Studium her und beschlossen einen gemeinsamen Auftritt. Die Proben fanden getrennt in der Nordostschweiz und in Heiden statt, vor vier Wochen folgte dann der einzige Probensonntag in Schaffhausen. Das Endprodukt, die «Troika», auf Deutsch der Dreispänner, begeisterte von Beginn weg.

Schläpfer und Schönenberger heisst Qualität
Wenn Michael Schläpfer etwas anpackt, dann ist es durchdacht und professionell inszeniert. Das gleiche gilt für Anita Schönenberger. Sie ist nicht nur eine innovative Leitererin sondern ausserdem eine grosse Künstlerin an der Klarinette. Nach dem Einzug zum Lied «Im dunklen Wald» folgte die Begrüssung in Russisch durch Edwin Kaufmann, der nicht nur im Chor und als Solosänger auftrat, sondern auch noch seinen 75. Geburtstag feierte. Kaufmann war der beste Beweis dafür, dass Singen jung hält. Die Melodien der nächsten Lieder «Ich bete an die Macht der Liebe» und «Tebje Pojem» stammten vom ukrainischen Komponisten Dmitri Stepanowitsch Bortnianski und wurden von der «Trojka» wunderbar intoniert. Einen Kontrastpunkt dazu setzte dann das «Appenzeller Echo» mit einem fröhlichen Walzer von Josepf Rempfler. Das vorangehende Ruggusserli allerdings stand den russischen Weisen in seiner Andacht und dem Anflug von Schwermut in nichts nach. In «Wo die Wolga fliesst» träumte ein Kosak von seiner Balalaika und von seiner Liebe. «Die Legende von den zwölf Räubern», Chorsatz von Michael Schläpfer, erzählte dann die Geschichte eines Räuberhauptmannes, der nach einem rohen Leben ins Kloster eintrat. Deshalb folgte daraufhin das orthodoxe Kirchenlied «Otche Nash». Der Satz zum Liebeslied «Katharinchen» oder «Katjuscha» stammte aus der Feder von Anita Schönenberger.

Instrumentalmusik vom Feinsten
Immer wieder wechselten sich «die Trojka» und das «Appenzeller Echo» ab. In einem grösseren Block spielten die Instrumentalisten ihr volles Können aus. Sie intonierten Josef Rempflers «De Burgstock Schottisch» und Walter Alders «Im alte Fahrwasser Polka» nicht nur mit viel Gefühl, sondern auch mit Brillianz in der Technik. Mit gleicher Präzision in der Technik und Liebe zum Instrument spielte Anita Schönenberger das Lied Bublitschki. Sie und ihre Klarinette zeigten viele Emotionsfacetten von traurig bis lustig auf und erzählten von den Leiden und Freuden einer russischen Familie zur Sowjetzeit. Ohrwürmer wie «Abendglocken», der Katjuscha-Kasatschok oder «Kalinka» fehlten ebenfalls nicht. Natürlich wurde auch die «Trojka» selbst aufgeführt. Der Dreispänner, bei dem die drei Pferde nebeneinander laufen, war mit fröhlichen Schellen bestückt. Auch in «Trojka» zeigten die Männer aus der Ost- und Nordostschweiz einmal mehr ihr Können. Sie folgten Dirigent Anita Schönenberger, wie zuvor schon Michael Schläpfer, perfekt. Nach der rassanten Pferdefahrt setzten die drei Männerchöre das gefühlvolle Wiegenlied «Bajuschki», dirigiert von Michael Schläpfer und begleitet an der Bassklarinette von Anita Schönenberger als glanzvollen Schlusspunkt. Natürlich forderte das Publikum Zugaben. Sie wurden gerne gegeben. Das Konzert schloss mit dem Ruggusserli von Josef Rempfler «Bi me guete Rote».

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