ORT Zürich
Flums Di. 4. September 2018 - 11:42 Uhr / Kapo SG/PN

Amoklauf mit Beil vom letzten Jahr: Anklage wegen mehrfachen versuchten Mordes

3 Jahre Haft für einen beispiellosen Amoklauf mit Beil: So laut die Anklage der Jugendanwaltschaft. (Symbolbild)
3 Jahre Haft für einen beispiellosen Amoklauf mit Beil: So laut die Anklage der Jugendanwaltschaft. (Symbolbild)
Google Maps: Flums, Sarganserland, St. Gallen (SG), Ostschweiz

polizeinews.ch Flums, Sarganserland, St. Gallen (SG), Ostschweiz

Flums/SG Die Jugendanwaltschaft des Kantons St.Gallen klagt einen Letten wegen mehrfachen versuchten Mordes an. Der Beschuldigte steht in Verdacht, am 22.10.2017 mehrere Personen verletzt zu haben. Es wird ein Freiheitsentzug von drei Jahren und eine geschlossene Unterbringung beantragt. - Kapo SG/PN

Der heute 18-jährige Lette wird verdächtigt, am 22.10.2017 bei seinem Wohnort einen Holzstapel in Brand gesetzt zu haben. Das Feuer konnte vor Eintreffen der örtlichen Feuerwehr gelöscht werden. Danach begab sich der Beschuldigte zu Fuss zum Postplatz in Flums.

Er steht in Verdacht, dort kurz nach 20:00 Uhr in Tötungsabsicht mit einem Beil ein Ehepaar attackiert zu haben, das mit seinem Kind im Kinderwagen unterwegs war. Der damals 35-jährige Mann und die damals 30-jährige Frau wurden dabei schwer verletzt und mussten im Spital operiert werden. Während der Attacke stürzte das damals 8-monatige Kleinkind aus dem Kinderwagen und musste ebenfalls hospitalisiert werden.

Während der Attacke auf das Ehepaar versuchte ein damals 72-jähriger Mann, welcher mit seiner Ehefrau mit dem Auto beim Postplatz vorbeifuhr, den Beschuldigten dazu zu bringen, von der Frau abzulassen. Der Beschuldigte steht in Verdacht, in der Folge den Mann mit dem Beil angegriffen und dessen Tod in Kauf genommen zu haben. Der Mann erlitt Schnittverletzungen an der Hand. Danach begab sich der Täter zur Ehefrau des Mannes, deren Auto er entwenden wollte. Nach einem Wortgefecht mit der damals 59-jährigen Frau schlug der Beschuldigte mit dem Beil auf sie ein und fügte ihr am Unterarm eine Rissquetschwunde zu.

Anschliessend entwendete der Beschuldigte das Auto und fuhr vom Postplatz Richtung Garnischastrasse, wo er die Kontrolle über das Fahrzeug verlor und in einen Gartenzaun prallte. Er verliess das Fahrzeug und versuchte erfolglos in ein angrenzendes Gebäude einzudringen.

Nachdem der Beschuldigte kurz vor 21.00 Uhr vergeblich versuchte, sich mit einem unverschlossenen Fahrzeug nach Lettland abzusetzen, begab er sich zu Fuss zur Agrola Tankstelle in Flums. Der Beschuldigte attackierte dort mutmasslich in Tötungsabsicht eine damals 44-jährige Frau mit einer Schere und verletzte sie, bevor sie fliehen konnte, im Gesicht. Er tat dies, um ihr Fahrzeug zu entwenden, was ihm aufgrund des fehlenden Schlüssels nicht gelang. Er begab sich danach zum nächsten parkierten Fahrzeug, in dem eine damals 27-jährige Frau sass, welche im achten Monat schwanger war. Er versuchte, die Fahrertüre ihres Autos zu öffnen.

Eine damals 21-jährige Frau eilte zur Hilfe und wurde darauf vom Beschuldigten mit dem Beil attackiert. Dabei nahm der Beschuldigte mutmasslich deren Tod in Kauf. Sie erlitt dabei Verletzungen an der Hand. Zwischenzeitlich konnte die 27-jährige Frau aus ihrem Auto fliehen. Der Beschuldig- te setzte sich ins Fahrzeug und fuhr in die Fassade des Tankstellenshops, weil er den Rückwärtsgang nicht einlegen konnte. Danach wurde er von der Kantonspolizei St. Gallen verhaftet.

Die in enger Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei St. Gallen und dem Institut für Rechtsmedizin geführte Untersuchung ist abgeschlossen. Der Beschuldigte leidet gemäss forensisch-psychiatrischem Gutachten an einer schweren psychischen Störung. Die Jugendanwaltschaft des Kantons St. Gallen klagt den Beschuldigten beim Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland wegen mehrfachen versuchten Mordes, versuchter Brandstiftung, mehrfacher einfacher Körperverletzung, Sachbeschädigung und mehrfacher Widerhandlung gegen das Strassenver- kehrsgesetz an und beantragt einen Freiheitsentzug von drei Jahren sowie eine Busse von CHF 500.00. Ferner soll eine geschlossene Unterbringung angeordnet werden. Der Beschuldigte befand sich nach seiner Verhaftung in Untersuchungshaft. Seit dem 23. März 2018 befindet er sich im Rahmen einer vorsorglichen Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung.

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1 KOMMENTARE

3 Jahre und 500.- und wir müssen für diesen Verbrecher auch noch aufkommen?! Manchmal fragt man sich zuj Techt wad ein Menschenleben hier wert ist und wozu wir solche Richter mit solchen Urteilen brauchen?!Eine Schande für jedes Opfer und in Lettland sollte er bis zu seinem Tode im Gefängnis sitzen müssen , alles bezahlt von seiner Familie!
Anna sagte am 4. Sep 2018 16:13:44 #
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