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Europa Sa. 2. September 2006 - 20:51 Uhr / PN

«AR 1»: Tiefe Kennzeichen liegen im Trend

Der elektronische Autoindex gibt Auskunft über die Autonummern.
Der elektronische Autoindex gibt Auskunft über die Autonummern.

Polizei news

Ausserrhoden. Die Autonummer «AR 1» sieht nicht nur hip aus, sie ist auch sehr schwer zu kriegen. Ohne eine Autogarage ist es gar nicht möglich, an solch eine tiefe Nummer zu kommen. - PN

Egal in welchem Kanton, Autofahrer führen anhand der Höhe ihres Autokennzeichens teilweise richtige Machtkämpfe aus. So muss sich jeder Neulenker, der zur heutigen Zeit meist eine sechsstellige Zahl zugeordnet bekommt, oftmals blöde Sprüche anhören. Vielleicht genau aus diesem Grund gibt es Leute, die für eine drei- oder vierstellige Autonummer einen erheblichen Betrag bezahlen. Jedoch ist es beinahe unmöglich, als private Person ein Kennzeichen unter 200 zu erhalten.


Keine Schikane

«Die Autonummern 'AR 1' bis 'AR 200' sind für Autogaragen, Spenglereien oder dergleichen reserviert», sagt Hans-Peter Mohn, Leiter des Strassenverkehrsamtes. Der Trend gehe ganz klar in Richtung tiefe Kennzeichen. Bereits für dreistellige Autoschilder seien lange Wartelisten vorhanden. Die ein bis zwei Schilder, die pro Jahr frei werden würden, seien sofort wieder vergeben.


Gesetzlich festgelegte Gebühren

Die hohen Gebühren für tiefe Autokennzeichen sind keine Schikane des Strassenverkehrsamtes. «Das Gesetz schreibt vor, für die Nummern 201 bis 999 eine Gebühr von 1000 Franken zu erheben», sagt Mohn. Die vierstelligen Kennzeichen seien mit 500 Franken etwas günstiger. Je höher die Zahl, desto unbeliebter seien sie. Wahrscheinlich sei dies der Grund, warum es eigentlich immer freie vierstellige Nummernschilder gebe. Wer schon Geld für eine tiefe Kennzahl ausgebe, der wolle gleich eine Dreistellige.


Ein zu teurer Spass

Sandro Dell'Agnolo besitzt eine vierstellige Autonummer. Wie ist er dazu gekommen? «Das war eigentlich eher durch Zufall. Ich hatte meinen Wohnsitz in St.Gallen und zog dann nach Niederteufen in den Kanton Appenzell Ausserrhoden. Zum Wohnungs- kam ebenfalls noch ein Fahrzeugwechsel hinzu. Da meine Autokennzahl vorher relativ hoch war, fragte ich beim Strassenverkehrsamt nach, ob es möglich wäre, eine tiefere Nummer zu bekommen. Ich war jedoch auf keinen Fall bereit, eine hohe Gebühr zu zahlen.»

Kurze Zeit später wurde Dell'Agnolo von seinem Versicherungsagent informiert, dass sein Nachbar altershalber sein Auto abgeben würde. «Die Nummer sei beim Amt deponiert, hiess es. Somit war für mich klar: Die muss ich haben.» Trotz seiner Freude an der tiefen Autonummer wäre Dell'Agnolo nach eigenen Angaben nicht bereit, für eine dreistellige Zahl 1000 Franken zu bezahlen. «Klar sieht so eine Nummer lässig aus, aber für mich wäre der Spass eindeutig zu teuer. Das Geld gebe ich lieber anders aus.»


Seit Ewigkeiten im Familienbesitz

Ebenfalls im Besitz einer vierstelligen Autokennzahl ist - seit über 30 Jahren - die Familie Klauser aus Bühler. Ob sie damals schon eine Gebühr dafür zu bezahlen hatten, daran kann sich in der Familie niemand mehr erinnern.

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