Zug/ZG. Aus noch ungeklärten Gründen kam gestern Abend ein Lieferwagen von einem Parkplatz ab und wurde von einem Zug erfasst. Der Lieferwagen wurde zwischen einem Masten und dem Zug verkeilt. Die beiden Insassen wurden nur leicht verletzt. Es entstand grosser Sachschaden.
- Zuger Polizei/MC
Die beiden Insassen des Autos konnten sich selbst aus dem Wrack befreien. (Bild: Kapo AG)
Der Toyota Hiace befand sich am Mittwoch, 1. Februar 2012, auf einem Kiesplatz neben der Gränicherstrasse. Offensichtlich wollte der 21-jährige Lenker und seine 16-jährige Beifahrerin um 16.15 Uhr wegfahren. Anstatt jedoch in Richtung Ausfahrt des Platzes zu fahren, steuerte der 21-Jährige den Lieferwagen direkt auf die angrenzenden Bahngeleise der Wynental- /Suhrentalbahn (WSB) zu. Unkontrolliert durchbrach das Fahrzeug den Zaun und kappte das am Boden verankerte Drahtseil eines Leitungsmastes. In diesem Augenblick nahte vom Bahnhof her ein Zug, der in Richtung Gränichen fuhr. Der Lieferwagen prallte in dessen Seite und wurde mitgeschleift. Dadurch geriet das Auto zwischen den Zug und den massiven Leitungsmast und wurde dazwischen verkeilt. Der Lokführer, welcher die Kollision zunächst nicht bemerkt hatte, leitete sofort eine Vollbremsung ein. Die beiden Insassen des Autos konnten sich selbst aus dem Wrack befreien. Zwei Ambulanzen brachten sie ins Kantonsspital Aarau. Nach ersten Angaben erlitten sie nur leichte Verletzungen. Die Bahnreisenden blieben allesamt unverletzt. Da die Rettungskräfte anfänglich nicht ausschliessen konnten, dass sich weitere Personen im demolierten Fahrzeug befanden, wurde die Strassenrettung der Feuerwehr angefordert. Diese kontrollierte das Wrack zusätzlich mit einer Wärmebildkamera. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Sachschaden an der Bahnkomposition, den Gleisanlagen sowie am Lieferwagen auf rund 170'000 Franken. Durch die aufwändigen Bergungs- und Reparaturarbeiten blieb die WSB-Strecke bis in die Abendstunden blockiert. Die Reisenden wurden mit Ersatzbussen befördert. Auch die Gränicherstrasse musste bis kurz nach 18.30 Uhr gesperrt werden. Im dichten Abendverkehr kam es dadurch im Raum Suhr/Aarau zu grösseren Störungen. Noch ist die genaue Unfallursache unklar. Im Vordergrund der polizeilichen Ermittlungen steht ein Fahrfehler des 21-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau hat eine Blut- und Urinprobe angeordnet und eine Strafuntersuchung eröffnet.
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