Birmenstorf/AG. Die Kantonspolizei hat ihre Ermittlungen gegen die beiden mutmasslichen Täter des Tötungsdelikts vom 16. Juli 2008 in Birmenstorf weitgehend abgeschlossen. - Kapo AGMC
Zusätzlich konnte sie den beiden Männern auch zwei Raubdelikte und mehrere Einbruchdiebstähle nachweisen.
Seit ihrer Auslieferung durch die französischen Behörden im Mai 2009 hat die Kantonspolizei die beiden mutmasslichen Täter intensiv befragt und weitere Ermittlungen angestellt. Der 23-jährige Schweizer und der 28-jährige Türke haben gestanden, das 65-jährige Opfer in der Nacht auf den 16. Juli 2008 in dessen Wohnung in Birmenstorf umgebracht zu haben. Heute steht fest, dass die beiden Männer von einer Drittperson einen Tipp erhalten hatten, wonach das spätere, ihnen noch unbekannte Opfer angeblich über viel Geld verfüge. Die beiden planten, den 65-jährigen Schweizer am Wohnort zu berauben. Im Hinblick darauf besuchten sie das Opfer zusammen mit dem Mittelsmann einen Tag vor der Tat und erschlichen das Vertrauen des 65-Jährigen.
Am Abend des 15. Juli 2009 suchten sie ihn erneut am Wohnort auf und setzten ihren Plan in die Tat um. Sie überwältigten den Mann und zwangen ihn, ihnen den Code zum Tresor zu geben. Jedoch zeigte sich, dass darin nicht die erhofften Reichtümer lagen und auch am Geldautomaten nur ein geringer Betrag zu holen war. Um vom Opfer nicht verraten zu werden, fassten sie den Entschluss, den 65-Jährigen zu töten. Nach der Tat legten sie Feuer in der Absicht, das Haus abzubrennen und damit alle Spuren zu vernichten. Glücklicherweise erlosch der Brand von selber, ohne grossen Schaden anzurichten. Die beiden mutmasslichen Täter fuhren mit dem Auto des Opfers vom Tatort weg, liessen das Fahrzeug aber bald in Fislisbach zurück. In der Folge tauchten sie unter und setzten sich später nach Frankreich ab, wo sie anfangs September 2008 aufgrund der internationalen Ausschreibung verhaftet wurden. (Siehe auch separate Medienmitteilungen vom 17. Juli. und 16. September 2008)
Auch für Raub auf Geldkurier verantwortlich
Im Rahmen der sehr intensiven Ermittlungen konnte die Kantonspolizei die Verbindung zum bislang ungeklärten Raubversuch auf einen Geldkurier vom 12. Dezember 2007 in Brugg herstellen. Der 23-Jährige gab im Laufe der Befragungen zu, diese Tat begangen zu haben. Zum Kreis der mutmasslichen Täter gehört auch der 28-Jährige, der ebenfalls geständig ist. Auch hier hatten die beiden einen Hinweis aus dem Arbeitsumfeld des Geldkuriers erhalten, weshalb etliche weitere Personen in das Ermittlungsverfahren einbezogen sind. (Siehe Medienmitteilung vom 13. Dezember 2007)
Raub auf Volg-Laden geklärt
Klären konnte die Kantonspolizei auch den Raubüberfall auf die VOLG-Filiale in Schinznach Bad vom 27. März 2007. Der 23-Jàhrige gab zu, diese Straftat begangen zu haben. Er hatte dabei mehrere tausend Franken Bargeld erbeutet. (Siehe Medienmitteilung vom 28. März 2007)
Mehrere Einbruchdiebstähle begangen
Schliesslich gaben beide Männer zu, zusammen mit weiteren Personen in unterschiedlicher Besetzung drei Einbruchdiebstähle in Geschäftsbetriebe begangen zu haben. Dabei hatten sie mehrere tausend Franken Bargeld sowie Bürogeräte entwendet.
Motiv: Geldsorgen
Als Motiv für alle Straftaten nannten die Beteiligten grosse finanzielle Schwierigkeiten und teilweise auch fehlendes Interesse, überhaupt einer geregelten Arbeit nachzugehen. Die Kantonspolizei hat ihre zusammen mit den Bezirksämtern Baden und Brugg über Monate geführten umfangreichen Ermittlungen weitgehend abgeschlossen. Die Akten werden demnächst den zuständigen Bezirksämtern übergeben.
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